Gewalt in Schulen und gegen Lehrer

Täglich erfahren wir aus den Medien, wie die Gewalt an den Schulen zunimmt,
Schüler gegen Schüler aber immer häufiger auch Schüler gegen Lehrer.

Die Schuldigen sind laut Vorsitzenden der Lehrergewerkschaft schnell ausgemacht.

Das Problem geht von den Schülern aus, sie haben zu Hause kein Sozialverhalten gelernt, sie haben keine Manieren und können sich nicht an Anordnungen halten.

Die Eltern sind schuld, bringen sie es doch nicht fertig, oben genannte Werte ihren Kindern zu vermitteln. Und überhaupt, die meisten Eltern entsprechen in Ihrer Vorbildfunktion und dem zu erwartenden Sozialverhalten nicht den Anforderungen.

Aber ist das so einfach, kann man das so einfach sehen?

Sind die Kinder und Jugendlichen von heute an den Normen von gestern zu messen?

»Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist Böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie unsere Jugend und es wird Ihr niemals gelingen, unsere Werte zu erhalten!«

So sehen es doch die Lehrer! Doch, diese Aussage stammt von einer babylonischen Tontafel, die mehr als 3000 Jahre alt ist.

Der Kommunikationspsychologe Prof. Schulz von Thun warnte schon vor Jahrzehnten das, die Lehrerausbildung zu einseitig, nämlich nur auf das Vortragen ausgelegt ist.

Seiner Meinung nach sollten Lehrer intensiver in Kommunikation geschult werden.

Nach meiner Erfahrung, die aus 25 Jahren Schularbeit und Schulelternarbeit an den unterschiedlichsten Schulen und Schulsystemen herrührt, bestätigt diese Aussage.

Ich möchte hier einige Beispiele nennen, diese stammen ausnahmslos aus Beobachtungen und selbst geführten Gesprächen.

1. Treffen beim Direktor, anwesend eine Lehrerin, der Klassensprecher, der Elternsprecher.  Es liegt eine Beschwerde von den Eltern eines Schülers vor. Die Lehrerin soll Ihren Sohn, den Sie in Deutsch unterrichtet, fälschlich beschuldigt haben.

Wir sitzen am runden Tisch, der Direktor begrüßt alle Anwesenden und sagt dann:

»Ich habe mit der Lehrerin schon im Vorwege gesprochen und es liegt kein Fehlverhalten der Lehrerin vor. Wissen sie, so geht sein Vortrag weiter, diese Lehrerin ist eine gute Lehrerin. Sie reibt sich für die Kinder auf, Sie ist und so geht es weiter »jeden Tag in der Schule, kennt jeden Schüler und weiß um seine Schwächen, usw. usw..«

Nach dem der Direktor mit seiner Lobeshymne fertig war, war für ihn die Sache eigentlich erledigt. Doch dann sagte die Mutter: Sie haben jetzt viel erzählt aber nichts gesagt.
Dass die Lehrerin täglich in der Schule ist, sich anstrengt den Kindern etwas beizubringen, ist Ihr Beruf, dafür bekommt Sie bezahlt.

Die Mutter wollte gerade eine Frage stellen, als der Direktor sagte »so geht das hier nicht, die Sitzung ist beendet und ich habe auch keine Zeit mehr« und die Anwesenden werden aufgefordert zu gehen.

2. Eine Mutter holt ihre 7 Jahre alte Tochter aus der Schule ab, der Lehrer sieht die Mutter und winkt sie zu sich ran.

Zwischen der Mutter und dem Lehrer steht das 7 Jahre alte Kind.

Der Lehrer fängt an, sich über das Verhalten der kleinen zu beschweren. Die Kleine stört den Unterricht, ist überhaupt nicht aufmerksam träumt nur so vor sich hin. Der Grund dafür liegt, so meint der Lehrer, im Elternhaus.  Die Mutter erwidert, dass sie sich das nicht vorstellen kann, zu Hause ist die kleine aufgeweckt, sie ist lebhaft, stellt Fragen und überhaupt, zu Hause ist alles in Ordnung.

Die Unterhaltung geht noch eine Weile mit gegenseitigen Anschuldigungen weiter.

In dem Moment, als die Mutter Ihre Rolle als Zuhörerin aufgab »das war das, was der Lehrer erwartet hat, er wollte Vortragen nicht diskutieren«, änderte sich die Körperhaltung dieses Lehrers.

Den Oberkörper zurückgebeugt, die Arme vor der Brust verschränkt so stand er da und diskutierte mit der Mutter weiter. Nur rein vorsorglich sei erwähnt, die Mutter hatte weder die Fäuste geballt noch sonstige Anstalten gemacht, aggressiv zu wirken.

Sie erinnern sich noch? Ja, da stand doch ein 7 Jahre altes Mädchen zwischen den beiden, die stand immer noch da, weinte mittlerweile und vergrub sich immer mehr in Ihre Mutter.

Es geht auch anders,

3. Eine Lehrerin begrüßt die Mutter, fragt ob sie kurz Zeit hat um mit ihr zu sprechen. Die Lehrerin hockt sich neben das Kind, ist so auf Augenhöhe, die Mutter kommt instinktiv nach.

Die Lehrerin legt die Hand auf die Schulter des Kindes, so bindet Sie das Kind in das Gespräch mit ein. Ihre Körperhaltung ist locker / ausgeglichen, der Ton ruhig und nicht vorwurfsvoll. Die Lehrerin geht auf die Mutter ein, hält keinen Vortrag, fragt bei der Mutter nach »wie sehen Sie das, kennen Sie das von zu Hause«? am Ende treffen beide eine Vereinbarung wie beide der Tochter helfen können. Und die Tochter, sie hörte aufmerksam zu und hat hier und da auch was gefragt oder gesagt.

Aus einem Brief eines Lehrers:
»... wissen Sie, Ihr Sohn ist pünktlich, höflich und hilfsbereit. Soweit komme ich mit Ihrem Sohn gut klar. Man darf nur kein Englisch von ihm verlangen, da kann er gar nichts. Die einfachsten Aufgaben kann er nicht richtig bearbeiten.

Der Lehrer war sich sicher, das liegt am Elternhaus, das ist mangelnde Unterstützung, mangelnde Anleitung und Mangelndes anhalten zur Arbeit.

Aber kann das sein, warum fragt der Lehrer sich nicht, was er falsch macht, warum es ihm nicht gelingt, diesem Jungen etwas beizubringen?

Ich will nicht einseitig berichten, auch Vorfälle gegen die Lehrer sind vorgekommen.

Auch hier möchte ich von einem erlebten Fall schreiben.

Die Eltern eines 11 jährigen jungen werden, vom Direktor, zu einem Gespräch eingeladen.
Der Junge soll für eine Woche vom Unterricht ausgeschlossen werden. Störungen, Raufereien, und Prügeleien und Ständiges dazwischen rufen werden ihm zur Last gelegt.

Den Eltern sollen Rat – Schläge erteilt werden wie sie mit Ihrem Sohn, der bei der Besprechung anwesend war, umzugehen haben und sie sollen sich doch Hilfe holen.

Der Direktor sitz an seinem Schreibtisch, die Eltern ihm gegenüber. Mit im Raum, die Elternvertreter und die Schülervertretung.

Der Direktor fing an aufzuzählen, was dieser Junge doch alles getan hat, wie oft er ermahnt wurde, wie oft er beim Direktor war und überhaupt er sei sehr schwierig.

Der Direktor fragte, ob den tagsüber keiner zu Hause währe, um sich um den Jungen zu kümmern, und sagte dann »der hat ja gar keine Erziehung«. Die Eltern führten aus, dass natürlich jemand zu Hause ist, um sich, um den kleinen zu kümmern, aber der sein von Natur aus ein bisschen wild und sehr agil. Vorwürfe ging noch einige Male hin und her, dann stand der Vater auf, griff über den Schreibtisch des Direktors, nahm diesen an den Kragen und versuchte so, seiner Aussage mehr Gewicht zu geben.
Ja, auch so etwas kommt vor! Doch, wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse, stellt sich mir doch die Frage, gibt es auch hier eine Mitschuld des Direktors?

Jeder leitende Mitarbeiter mit Personalverantwortung weiß, ein Gespräch fängt man mit einer positiven Aussage an. Wie z.B. »Ihr Sohn ist in Sport gut« doch sollten und dann geht es, aber ohne Vorwürfe, weiter.

Kinder ohne rechte!
Schüler geben Ihre Grundrechte, die ja jedem Bürger in Deutschland zustehen, an der Schulhofgrenze ab.

Die Selbstverwirklichung freie Meinungsäußerung, rechtliches Gehör, Notwehr, Nothilfe und auf so viele andere rechte verzichten Kinder, um nicht getadelt zu werden.

An jeder Schule gibt es eine Schulordnung, diese schreibt den Schülern vor, was verboten ist und was nicht geduldet wird.

Wenn die Schüler nach den Vorschriften für die Lehrer - diese müssen Kinder kennen, um die Handlungen des Lehrers einzuordnen- fragen, gehen diese leer aus oder werden als aufmüpfig und vorlaut den Unterricht störend bestraft..

Lehrer kenne die Schulordnung für Schüler, sie wissen, was darin steht, aber sie können dies nicht Kommunizieren.

Eine Beobachtung auf dem Schulhof, ein Schüler kommt mit einer Jogginghose zur Schule, ein Lehrer kommt und spricht den Jungen an. Hier sind Jogginghosen nicht erlaubt! Der Schüler fragt warum? Der Lehrer antwortet, weil es in der Schulordnung steht! Worauf der Schüler seine Frage wiederholt, warum? Halt dich daran, ich mach einen Eintrag in deine Schülerakte.

Damit war die Sache für den Lehrer erledigt, nur Kommunikation sieht anders aus!

Doch, nicht jeder Lehrer hält sich an die Schulordnung, auch hier möchte ich auf erlebtes zurückgreifen.
Ein Lehrer rügt zwei Schüler, weil diese in der Pause mit Schneebällen geworfen haben.
Zwei Tage später, an einer Schule, die nur dreihundert Meter entfernt lag, forderte ein Lehrer seine Schüler auf die Arbeiten schnell zu beenden, er wolle mit den Kindern eine Schneeballschlacht machen.

Wie ordnen Kinder diesen Widerspruch ein?

Vielleicht wusste der Lehrer ja auch nicht, warum das Jogginghosen Verbot in der Schulordnung steht, aber dann hätte er es sagen können. Hätte der Lehrer der die Schneeballschlacht machen wollte nicht seinen Schülern erst einmal die Schulordnung erklären müssen und warum gerade dieser Lehrer eine Ausnahme machen darf?

Wie können wir Kinder und Jugendliche, wenn wir Ihnen das Recht auf Fragen verbieten, zu selbstständigen und selbstsicheren Erwachsenen erziehen?

Also was muss passieren:
Schüler bekommen das Recht auf eine Lehrer unabhängige Rechtsprüfung, Sie müssen die Möglichkeit haben eine vom Lehrer verhängte Strafe überprüfen zu lassen, und zwar ohne die Eltern einzubinden.

Diese Überprüfung steht dem Kind aber nicht zu, eine eigenverantwortliche Wahrnehmung seiner Rechte wird nicht geduldet.

Es muss nicht gleich ein Gericht angerufen werden, aber unabhängige Schulmediation, bei der auch ein Lehrer teilnehmen muss, sind eine schnelle und einfache Möglichkeit.

»Du Mediator, der Lehrer schimpft immer mit mir und gibt mir Strafarbeiten auf, ich fühl mich ungerecht behandelt, kannst du da etwas tun?«

Die Möglichkeit der Schüler - Lehrer Mediation sollte zum Standard werden.

Die Grundrechte eines jeden Bundesbürgers müssen auch für Kinder in der Schule umsetzbar sein. Gerade die freie Entfaltung (ich trage Jogginghose), das rechtliche Gehör (ich will die Strafe des Lehrers überprüfen lassen) usw. müssen auch den Kindern gewährt werden.

Lehrer müssen Kommunizieren, Sie müssen vom Vortragen weg hin zum Gespräch zur Aufklärung. Kinder müssen das Recht haben Fragen zu stellen und Lehrer die Pflicht diese zu beantworten, auch, wenn diese unangenehm oder peinlich sind.

Vielleicht muss auch das Schulsystem umgestellt werden, denn, die Geschichte hat gezeigt das dieses Schulsystem nicht funktioniert.

Aus meinen Reisen in andere Schulsysteme
Im Flur einer Schule treffen der Lehrer und ich, auf dem Weg ins Lehrerzimmer, auf zwei sich raufende Schüler, sie wälzen sich auf dem Boden, einer nimmt den anderen in den Schwitzkasten, es wird gedrückt, gezogen und geschoben.
Der Lehrer bleibt stehen, schaut kurz hin und geht weiter. Ich war verdutzt, hatte ich doch geprägt durch unser Schulsystem mit Sanktionen gerechnet und fragte »willst du nicht einschreiten?«

Der Lehrer daraufhin »nein, die toben nur rum, die powern sich aus. Hast du nicht die glücklichen Gesichter beim Ringen gesehen? Nein, darauf habe ich nicht geachtet!

Er sagt, diese Schüler sind in der nächsten Unterrichtsstunde die Aufmerksamsten, sie werden hilfsbereit sein und den Unterrichtsstoff verstehen, sie haben Ihre überschüssige Energie in der Pause gelassen.

Eine Schülertraube hat sich auf dem Schulhof gebildet, schon von weiten sind Anfeuerungsrufe zu hören. Die Lehrerin und ich gehen in die Richtung, wir drängeln uns durch die Massen und stehen vor Raúl und Franco. Beide wälzen sich auf dem Boden und versuchen sich gegenseitig runterzudrücken.
Ich frag die Lehrerin, ob das so OK ist und ob Sie da nicht einschreiten muss? Nein, ich geh erst dazwischen, wenn die anfangen zu übertreiben, sich in die Haare zu ziehen, zu kratzen oder zu beißen. Es klingelt, die Beiden Raufbolde stehen auf und klopfen sich gegenseitig den roten Staub Süd Amerikas von den Sachen und gehen in die Klasse.

Auf meinen Reisen zwischen Russland und Süd Amerika habe ich viele Schulsysteme kennen gelernt, dieser, wo Kinder noch Kinder sein durften, wo sie Raufen, laufen und toben durften, diese Schulsysteme waren die, wo die Kinder den glücklichsten Eindruck machten.

Erziehung durch Eltern
Hier die Zeitschiene eines Schultages:
0:00 Uhr bis 6:00 Uhr schlafen die Kinder
6:00 Uhr bis 7:00 Uhr waschen, Frühstück
7:00 Uhr bis 8:00 Uhr Schulweg
8:00 Uhr bis 14.00 bzw. 16:00 Uhr Schule mit Betreuung
16:00 Uhr bis 17:00 Uhr Heimweg
17:00 Uhr bis 19:00 Uhr spielen mit Freunden
19:00 Uhr bis 20:00 Uhr Abendessen (mit Familie)
20:00 Uhr bis 21:00 Uhr Aktivitäten zusammen oder einzeln
21:00 Uhr bis 0:00 Uhr Schlafen

Kinder der heutigen Zeit sind maximal 3 - 4 Stunden im Wirkungsbereich Ihrer Eltern, je nach alter wollen die Kinder eine gemeinsame Zeit oder wenn schon etwas älter, allein und mit Freunden abhängen.

Viel Raum für Erziehung ist hier für die Eltern nicht.

Wenn wir uns die Zeitschiene der Schule ansehen, hier sind die Kinder bis zu 8 Stunden in der Obhut von Fachpersonal. Also viel Zeit für eine fachgerechte Erziehung.

Wenn Eltern in meine Praxis kommen und sich in zweifel ziehen »wir haben alles verkehrt gemacht in der Erziehung« zeige ich Ihnen diese Zeitschiene und frage dann »wann wolltet Ihr diese Fehler gemacht haben«.

Der Lehrer, der ewige Schüler!
Ich möchte kein Lehrer sein, ich glaube es gibt keinen Beruf, wo so wenig auf die persönlichen Bedürfnisse eingegangen wird wie bei Lehrern.

Lehrer: 12 Jahre bis zum Abi, dreieinhalb bis viereinhalb Jahre Studieren, zwei Staatsexamen und danach habe ich einen Arbeitsplatz von 1 mal 1 Meter.

Haben Sie schon einmal in ein Lehrerzimmer reingeschaut, wie die Hühner auf der Stange sitzen die Lehrer an Ihrem Schultisch, denn Sie sich, wie früher die Schulbank, immer noch mit jemanden Teilen. Auf dem Tisch die Klassenarbeiten der Schüler, die eigenen Schreiber, immer noch in der Schulfedertasche, das Butterbrot und die Trinkflasche. Daneben die Bücher, die für die nächste Stunde vorbereitet werden müssen.

So ein Meter muss wohldurchdacht aufgeteilt und gegen den Sitznachbarn verteidigt werden.

Und ganz oben, der Direktor, der Oberlehrer, der seine Schüler immer noch im Blick hat.

Einiges ändert sich doch nie!

Nun überlegen Sie einmal, an diesem Platz sollen Sie den Unterricht vorbereiten, neben ihm wird Musik gehört, auf der anderen Seite telefoniert jemand und so weiter.

Lehrerzimmer gibt es in unterschiedlichen Größen, in manchen passen schon mal 50 und mehr Lehrer rein.

Die Hühnerhaltung in der Form wurde verboten, Lehrer werden weiter so gehalten.

Können Lehrer so ausgeglichen und gesprächsbereit sein? Sicher nicht!

Also das Schulsystem muss umgestellt werden, aber nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei den Lehrern.

Alternativen zu unserem System gibt es, ich habe mir einige angesehen.

Jeder Lehrer hat seinen eigenen Klassenraum, von diesem Klassenraum geht sein Büro ab, dort steht seine Bibliothek, sein Schreibtisch, hier hat der Lehrer seinen Rückzugsort, Zeit und Ruhe für Gespräche mit Schülern und Eltern.

Ich bin auf Lehrer gestoßen die Schüler in den Unterricht eingebunden haben, hier war der Lehrer kein Vorträger, er war Manager, der seine Schüler nach deren Möglichkeiten eingeteilt hat und Verantwortung übertrug.

Aber noch wichtiger ist, die Lehrer müssen wieder lernen, was anfassende Kommunikation ist, sie müssen wieder lernen die Schüler durch Anfassen zu unterstützen.

Ja, ich geh sogar so weit zu sagen, in die Schulen müssen Unterrichtseinheiten geschaffen werden in denen Kinder und Jugendliche den Umgang miteinander begreifen.

Begreifen ist hier wörtlich gemeint, Auszüge aus dem Buch, Körperkontakt und Zuwendung für eine gesunde Entwicklung, für die Festigung und dem Ausbau der psychischen Stabilität von Dr. Anton Wassner.

Der Autor schreibt, «Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass Kinder, die die Erfahrung der gegenseitigen Massage gemacht haben, ihr Leben lang ein feineres Gespür für andere Menschen haben und einen sensibleren Umgang mit ihren Mitmenschen pflegen werden.

Wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass gerade Kinder, die zu erhöhter Gewaltanwendung neigten, anfangs große Probleme mit der Berührung während der Massage hatten, die sich dann aber schnell gelegt haben.«

Amerikanische Kinderärzte haben in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in einer Studie festgestellt, in den Familien, wo die körperliche Kommunikation, also das Streicheln, Schmusen, kuscheln usw. fehlt, ist die Bereitschaft zu Gewalt und Aggression bei Kindern größer.

Gelernt hat aus dieser Studie keiner!

Massage als psychoregulative Technik!
Die Psychotherapie nutz die gleichen Massageelemente wie alle anderen Anwender.
Wenn wir uns die Vorteile ansehen, werden wir feststellen, dass durch die Massage viele Probleme in der Schule gar nicht erst auftreten würden, wenn diese angewandt würde.

Die Massage vertraut den Sinnen, gibt Antworten ohne Sprache, gibt Auskunft zu Fragen »wie spüre ich mich, was sehe ich, wie fühl ich mich?« Aber auch die Fragen »was spür ich, wie erlebe ich dich, wie erlebst du mich und wie fühle ich mich?« Werden hier verarbeitet.

Kindermassage hilft Kindern, menschlicher zu leben, bietet lebendige gute Gefühle, beeinflusst psychische Funktionen und dient dem Sport sowie der Medizin.

Auch hier habe ich zahlreiche Erfahrungen bei den Besuchen in den Schulen fremder Länder gemacht, eingebaut in den Unterricht wie den Sport oder in eigens dafür geschaffenen Stunden wurde die Massage ausnahmslos als gut und hilfreich beschrieben.

Auch  die Lehrer sprachen von ausgeglicheneren Kindern, die kaum noch Gewaltbereitschaft in der Schule zeigten.

Professor Liebel, Technische Universität Berlin schreibt, Kinder fühlen sich eingesperrt, fremdbestimmt, gelenkt von oben. Kinder bekommen Ihren Bereich zugeteilt, Sie dürfen hier tun, was Sie wollen so lange, es den Normen der Erwachsenen entspricht.

Es reicht nicht, die Schule nur strukturell umzubauen, wer die Schule als Ganzes begreift, muss auch an die nonverbale und die anfassende Kommunikation denken.

Fangen wir an, erfinden wir die Schule neu, bevor die Lehrer und unsere Kinder weiter schaden erleiden.

Lassen Sie uns die Schule mit den Kindern und Ihren Vorstellungen, wünschen und Bedürfnissen umbauen.

In dem oben genanntenText sind Lehrer und Lehrerinnen sowie Direktore und Direktorinnen gemeint.